Alles Gut? Oder doch die Droge?

In den letzten Freitagsnews hatte ich bereits über das Thema Zucker geschrieben (Süßes hat zurzeit eine schlechte Presse. Alles auf Zucker?) Der Artikel auf der Website: Tagesspiegel.de wurde mit ziemlicher Sicherheit von der Zuckerindustrie in Auftrag gegeben, soviel steht meiner Meinung nach fest.

Man kann sich wirklich lebhaft vorstellen, dass sich die Hersteller von Zucker, sowie die Hersteller von Lebensmitteln, die viel Zucker enthalten in die Ecke gedrängt fühlen und zum Angriff übergehen. Und da wie bei allen Dingen, auch der Zucker Vorteile und viele Nachteile hat, können wir alle in den nächsten Jahren einen Schlagabtausch nach dem anderen erwarten.

Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, mich im kommenden Jahr mehr mit dem Thema Zucker zu beschäftigen und beide Seiten zu durchleuchten. Mal sehen was dabei rauskommt Meine ersten Recherchen bestätigen mir jedenfalls, dass es ein sehr interessantes Thema ist und beide Seiten gute Argumente haben.

Was mir und anderen Autoren nicht gefällt, ist eben die Tatsache, dass selbst renommierte Ärzte und Wissenschaftler in Interviews und Studien nur das schreiben bzw. herausfinden, was den Auftraggebern der Artikel in den Kram passt.
Aber auch solche Texte kann man ja aufarbeiten, darüber berichten und dabei gleich ergänzen, was absichtlich weggelassen wurde.

Argumenten glauben oder einfach die Augen öffnen?

Natürlich wird in den Berichterstattungen nicht gelogen, aber die Autoren der Artikel und Statements der neuen Zuckerbarone lassen geschickt nur die Argumente zu, die dem Produkt Vorteile verschaffen und den Wert steigern können.

Genauso passiert es oft umgekehrt, denn die Gegner sind auch nur allzu schnell bereit, das positive wegzulassen und regelrechte Hasstiraden gegen alles loszulassen, was mit Zucker zu tun hat.

Gut, Fanatismus ist in allen Bereichen unseres Lebens nicht gut und von fanatisch extremen Leuten, die ständig versuchen anderen ihre Meinung aufzuzwingen, sollten wir uns wohl alle fernhalten.

Es ist jedoch so, dass es mittlerweile bereits fundierte Kenntnisse darüber gibt, dass mit Zucker vorsichtiger umgegangen werden muss. Dazu braucht man keine Lobgesänge und auch keine Hasstiraden, denn dazu reicht es, sich in den Städten, auf den Straßen umzusehen.

Der Anteil an Übergewichtigen und Fettleibigen Menschen hat leider nicht nur in den Meldungen der Presse zugenommen. Das ist Fakt und kann auch von den Lobgesängen der Hersteller kaum weggeschrieben werden.

Zucker ist ein reines Kohlenhydrat

In vielen meiner bisherigen Beiträge geht es bereits um das Thema Zucker, den Zucker ist ein reines Kohlehydrat und dass Kohlehydrate zumindest für alle Übergewichtigen eine Energieform sind, die Sie meiden sollten dürfte den meisten bekannt sein.

Leider passiert hier wieder genau dass, was ich im zweiten Absatz bereits beschrieben habe, es wird weggelassen und egal ob es Ernährungsampeln sind oder Ernährungstipps, Kohlenhydrate werden immer als wichtigste Energieform genannt.

Na klar, sie sind ja auch fast überall anzutreffen und da es wohl die Menge macht, wird aus der wichtigsten schnell die gefährlichste Energieform. Die Tipps und Erklärungen werden überall so allgemeingültig dargestellt, regelrecht in die Köpfe gehämmert, dass es mich nicht wundert wenn viele noch Sätze wie:

„Du musst doch Kohlenhydrate essen“,
„Kohlenhydrate sind Lebensnotwendig“ oder
„Der Körper braucht Kohlenhydrate zum Leben“
verwenden und glauben.

Nachdem im letzten halben Jahr, angefangen bei der Zeitschrift Stern, die Berichte über die Auswirkungen des Zuckerkonsums zugenommen haben, fühlen sich die Hersteller wohl in die besagte Ecke gedrängt und gehen zum Angriff über, denke ich.

Auf vereinzelten Webseiten und in der Presse werden die Loblieder auf den Zucker gesungen. Es wird von: „seit Urzeiten“ geschrieben wobei wortreich der Vergleich mit anderen Drogen gesucht wird.

Doch, geht es denn darum ob die eine Droge schlechter bzw. schädlicher ist als die andere?

Ich glaube kaum. Fakt ist jedenfalls, dass sich Zucker neben seiner reinen Form in den meisten fertigen Lebensmitteln versteckt (bzw. versteckt wird) und zu einem großen Prozentsatz deswegen, weil sich dieser Ramsch ohne Geschmacksverstärker wie Zucker und andere künstliche Aromen und Farbstoffe, gar nicht verhökern lassen würde.

Da ist der Zucker noch das natürlichste Mittel zur Aufwertung und wird oft nur anders benannt. Auf den Verpackungen der Lebensmittel tauchen dann Namen wie: Dextrose, Glucosesirup, Invertzucker, Malzextrakt, Lactose, Maltose oder Maltodextrin auf, hinter denen der Verbraucher oft keinen Zucker vermutet. Doch auch diese Zuckerarten wirken genau wie der Haushaltszucker.

Zucker akzeptieren und bewusst genießen

Natürlich ist es in dieser dunklen, kalten Zeit schwierig sich vom Zucker fernzuhalten, keine Angst, mir geht’s da genauso und die Feiertage werden zusätzlich von Schlemmereien beherrscht und wir alle freuen uns sogar jedes Jahr wieder darauf.

Zucker an sich ist ja auch nichts Schlechtes. Wenn man damit umgehen kann und weiß wo er überall drin ist, kann man das auch bei solchen Anlässen akzeptieren und bewusst genießen.

Denkt halt öfter dran, dass Zucker nicht nur Schokolade, Praline oder „draufgestreut“ ist, sondern dass Kohlenhydrate (wie die im Mehl aus dem die Backwaren sind), ebenfalls reiner Zucker sind.

Ein Pfannkuchen oder Donat, ist bspw. Mehl =Kohlenhydrat = Zucker, frittiert = Fett, mit Zucker lasiert, mit Marmelade gefüllt = Zucker und dann mit Zucker bestreut.

Also reiner Zucker in ansprechender Form, mit Zucker gefüllt, mit Fett ummantelt und noch mit Zucker bestreut. Mir schmecken die Dinger aber auch.