BMI-Alternative: „ABSI“ als akzeptablere Lösung

Letzte Woche fand ich einen Artikel auf süddeutsche.de aus dem März 2014, der mit: „Abschied vom BMI“ titelte. Als ich diesen Beitrag gelesen habe, musste ich zuerst an die Artikel denken, in denen ich schon zum Thema BMI geschrieben habe (zB. Hier) und auch an die vielen anderen in denen der BMI empfohlen wird/wurde.
Selbst im Bonusheft meiner Krankenkasse ist der Punkt BMI noch zu finden, warum weiß wahrscheinlich nur der Fuchs.

Jahrelange Kritik am BMI endlich ernst genommen?

Das die Kritik am BMI nicht neu ist, wissen viele bereits, doch: „Abschied vom BMI“, diese Überschrift hat mich aufmerksam gemacht. Endlich wird die jahrelange Kritik am BMI mal ernst genommen und endlich hat sich mal jemand etwas dazu einfallen lassen, das als vielleicht als akzeptablere Lösung für die Meß- und Datensammelsucht herhalten kann.

Trotzdem hat auch dieser Wert so seine Macken, denn die Transparenz für den Patienten, also für den der gemessen wird, fehlt eigentlich. Mit dem Wert, den Ihr euch mit dem Kalkulator hier unten im Beitrag ausrechnen könnt, könnt Ihr jedenfalls noch weniger anfangen, wie mit dem BMI.

Aber warum soll es für mich wichtig sein, eine Zahl zu wissen, die mir das Gleiche sagt wie der Spiegel, die Waage und mein gesamtes Wohlbefinden? Wenn ich beim Treppensteigen schnaufen muss kommt der Gedanke ans abnehmen genauso, wie vor dem Spiegel und auf der Waage.

Verwirrung bringt niemandem etwas

Das einzige was der (eigentlich sinnlose) BMI kann, ist Verwirrung stiften und zwar bei vielen Menschen, die sich noch nicht damit beschäftigt haben. Sportler wissen, dass der BMI keine Aussage treffen kann, die zutrifft. Mit dem ABSI wird sich das nicht anders darstellen und auch dieser Wert wird wahrscheinlich nur für Ärzte, Trainer und Berater wichtig sein um euch Ihre Wichtigkeit darzustellen.

Dass es zum einen schlanke drahtige Menschen gibt, die einen zu niedrigen BMI haben, aber durch ihren Sport Topfit sind und zum anderen Kraftsportler, die einen völlig anderen Typ Mensch darstellen, wird sich auch mit dem ABSI nicht ändern.

Groß und Muskelbepackt haben die Sportler kein Gramm Fett am Leib, gelten aber laut BMI als Adipös. Da wird sich vielleicht mit dem neuen Wert ein Unterschied darstellen lassen, aber wie gesagt: Wem bringt das etwas?
Zum Glück wissen diese Menschen bereits, dass schon der BMI als Messmittel nix taugt und verwenden ihn nicht.

Krankenkassen und Ärzte sollten das alles natürlich noch vor den Patienten, bzw. der Bevölkerung wissen, aber genau die wollen in Formularen und Anträgen immer noch den BMI wissen? Mhhh… was sagt uns das über die Kompetenz dieser Leute?

Okay, bei den Krankenkassen wimmelt es vor Bürokraten und Praktikanten, aber wenn ein Arzt Ihnen Ihren BMI vorwirft ohne Sie genauer zu kennen, sollten Sie einen Arztwechsel in Betracht ziehen.

BMI-Alternative: „ABSI“

Die Methode, die in dem Beitrag beschrieben wird, nennt sich wie gesagt „ABSI“ und berücksichtigt zu Größe und Gewicht auch den Bauchumfang. Sie scheint mir ein etwas besseres Mittel zum messen zu sein, auch wenn in dem Artikel wieder bestätigt wird, dass nicht der „Hüftspeck“ gefährlich ist.

Gefährlich kann das Fett werden, das sich im Körper, zwischen den Organen breitmacht und dieses „Viszerale“ Fett ist vor dem Spiegel nicht zu sehen.

Die Grundaussage ist jedoch bei beiden Werten ähnlich, wenn sie zu hoch sind heißt es Abnehmen. Der „ABSI“ trifft es nur genauer und auf den jeweiligen Körper zutreffender. Für uns als Laien ist der ABSI jedoch schwerer zu erklären, als der BMI und vielleicht wird er auch deshalb nicht oder selten verwendet.

Der ABSI-Wert ist individueller und dass ist gut so, denn wie bei allen festgelegten Werten, treffen diese eben nur auf eine bestimmte Gruppe zu. Was solche „allgemeingültigen“ Werte bringen, sieht man immer wieder, zum Beispiel beim Cholesterin.

Jedenfalls sind für den ABSI-Wert keine solchen allgemeingültigen Aussagen zu finden und auch dass ist gut so, denn die Interpretation sollte durch einen Arzt erfolgen, der Ihnen gleich Vorschläge machen kann, wie Sie Ihre Werte verbessern können.

Fazit

Die Ärzte brauchen solche Mittel um Ihre Diagnosen treffen und helfen zu können, soviel steht fest. Den BMI zu messen war jedoch immer problematisch, denn die Aussage, die er getroffen hat war oft falsch und meistens war auch ohne zu messen, zu sehen wenn er zu hoch ist.

Mir persönlich bringen solche Werte jedenfalls gar nichts. Der BMI oder auch der ABSI sind für mich genauso interessant, wie das Gewicht meiner Brot- oder Salamischeiben. Ich muss mich nicht laufend mit solchen Rechenaufgaben abmühen, denn davon nehme ich garantiert nicht ab.

Auch die Zeit mit anderen über diese Werte zu diskutieren, ist verschwendet. Wer sich in dieser Zeit bewegt, läuft, Rad fährt oder schwimmt, hat definitiv mehr davon.
Wenn Sie Ihren ABSI doch einmal ausrechnen wollen können Sie das natürlich tun, hier ist noch der Link zum Kalkulator:
ABSI Kalkulator