So wenig Zusatzstoffe wie möglich

Bei der Verwendung von Zusatz oder Konservierungsstoffen gilt natürlich auch die Aussage: So wenig wie möglich. Manche als „Gefahrlos“ eingestufte Konservierungsstoffe, Füllmittel, Farbstoffe, Aromen oder Trennmittel werden auch von den Herstellern natürlicher Vitamin- oder Mineralstoffpräparate verwendet und die Notwendigkeit ist auch erklärbar, doch sind es eben auch diese Hersteller, die prinzipiell darauf achten, so wenig wie möglich Zusätze zu verwenden.

Umso besser für die Verbraucher kann man hier sagen, aber trotzdem sind hier alle Nutzer selbst in der Pflicht genauer hinzuschauen. Denn, wie bereits im Artikel über Cholesterin erwähnt, ist der Satz: Für Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und… nicht zum Schutz der Verbraucher gedacht, sondern eigentlich zur Weitergabe der Verantwortung an die Nutzer der Präparate. Denn alles was schadet möchte man (wenn möglich) verschweigen oder (gängige Praxis) in den Beipackzetteln Zähneknirschend nur mit ein paar Wörtern „erwähnen/umschreiben“.

Klar ist bei industrieller Produktion, dass selbst natürliche “Vitaminpräparate” nicht ganz ohne “Zusatzstoffe” auskommen, doch sollte man auch hier genauer hinschauen, denn es gibt auch natürliche und ungefährliche Zusatzstoffe. Zum Beispiel Trennmittel wie Cellulose (als vegetarisches Kapselmaterial) oder Milchsäure (E 270 – als Säuerungsmittel in Getränken, Süßwaren und Sauerkonserven zur Abrundung des Geschmacks) sind als Zusatzstoffe relativ unbedenklich. Dennoch sollten Sie prüfen und auch die Produkte, die Sie vielleicht schon verwenden auf schädliche Substanzen überprüfen.

Auf der Seite: Zusatzstoffe-online.de beispielsweise, können Sie eine ganze Datenbank mit den wichtigsten Informationen zu den derzeit zugelassenen „Zusatzstoffen“ durchforsten. Neben einer Erläuterung finden Sie dort auch Hinweise über die Herstellung, den Einsatz und die Sicherheit der einzelnen Stoffe. Eine Lösung kann auch sein, direkt beim Hersteller oder Verkäufer nachzufragen, wenn Sie sich bei einem Inhaltsstoff nicht sicher sind oder einfach Alternativen zu suchen und Produkte mit unklaren Aussagen zu meiden. Was übrigens der bessere Weg ist, denn Produkte, die gemieden werden verschwinden mit der Zeit automatisch vom Markt. 🙂

Warum überhaupt Nahrungsergänzungsmittel?

Warum sollte man überhaupt zu solchen Produkten greifen fragt sich vielleicht mancher nun? Wenn eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse und einer Basis aus gesunden Fetten und Ölen generell ausreicht um den Körper mit allem was er braucht zu versorgen (Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente). Wozu gibt es denn die Unmengen verschiedener Vitamin- und Mineralstoffpräparate? Die Antwort liegt in der Art wie die meisten Menschen heute Leben. Zeit ist heutzutage ein sogenanntes knappes Gut geworden. Gesunde Ernährung, der stressige Tagesablauf mit seinen ganzen Erfordernissen, die Notwendige körperliche Fitness und natürlich auch alle liebgewordenen Bequemlichkeiten, sind oft schwer unter einen Hut zu bekommen.

Um diese oft ungesunde Lebensweise zu kompensieren, greifen viele Menschen zu solchen “Vitamin- und Mineralstoffpräparaten”. Kurz gesehen und schnell gekauft wird nicht darüber nachgedacht ob der Körper diese Pülverchen und Pillen, die vielen künstlich hergestellten Stoffe überhaupt verwerten kann.

In seiner Entwicklung hat sich der Mensch über tausende von Jahren an das Verdauen natürlicher Nahrung angepasst und der ganze Stoffwechsel ist auf natürliche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente eingestellt.

Die Fähigkeit des Menschen, diese Stoffe mittlerweile synthetisch herzustellen ist kein Beweis dafür, dass er sie auch benötigt/braucht. Hier liegen allein wirtschaftliche Interessen zugrunde. Synthetisch hergestellte Vitamine aus isolierten Mineralstoffen und Spurenelementen aus denen die meisten herkömmlichen Nahrungsergänzungen bestehen, lassen sich in großen Mengen preiswert herstellen und teuer verkaufen, wenn man geschickt über Werbung und andere Medienbeiträge einen Bedarf schafft und lange genug über Notwendigkeiten redet. Erzählen Sie am Montagabend tausenden Menschen, dass es am Dienstag regnet, werden viele davon am Mittwoch einen Schirm mitnehmen, auch wenn Sonnenschein und blauer Himmel, ohne ein Wölkchen das Gegenteil sagen.